Boris Pavlov „In der Bucht bei Montpellier“ 1983

Boris Pavlov "In der Bucht bei Montpellier" 1983


19×27 cm.
Öl/Malerkarton
verkauft

Biografie:

  • Boris Pavlov 1928 – 2005
  • Boris Pavlov (1928-2005) wurde 1928 in Belvas, Lettland als Sohn eines russischen Offiziers und einer französischen Diplomatin geboren. Zwischen 1942 und 1955 besuchte er die Moskauer Malschule, die staatliche Kunstschule und das Moskauer Kunstinstitut. Aufgrund des internationalen Hintergrunds seiner Eltern interessierte sich Pavlov schon früh für die französische Malerei und war begeistert von den kubistischen Arbeiten Picassos (1881-1971) und Braques (1882-1963), denen er mit seinem Malstil nachzueifern versuchte. Die politische Ausrichtung seiner russischen Heimat zwang ihn, seine Arbeiten im Verborgenen zu halten. Öffentlich führte er Auftragsarbeiten mit Themen der russischen Arbeiterklasse und auch Porträts des kommunistischen Führers Stalin aus.

    Pavlov war seiner Zeit bereits bewusst, dass er mit seiner kubistischen Ausrichtung einem Kunststil anhing, dessen Blütezeit bereits vorüber war. Die Arbeiten der russischen Avantgarde interessierten den Künstler dennoch nicht. Erst 1966 entdeckte er auf einer Pariser Ausstellung die Kunst von André Derain (1880-1954), der zu den französischen Fauvisten gehörte und dessen Arbeiten ihn nachhaltig begeisterten. Der Fauvismus hat seine Wurzeln im Impressionismus, setzte jedoch Farbe nicht mehr ein um Gegenständen illusionistische Tiefe zu geben, sondern stattdessen ergab sich die malerische Aussage des Werkes durch das Zusammenspiel der Farben an sich. In der Auseinandersetzung mit weiteren Vertretern des klassischen französischen Fauvismus, wie Matisse (1869-1954), Marquet (1875-1947), Dufy (1877-1953) und de Vlaminck (1876-1958), gelangte Pavlov zu einer eigenen Malweise, die in ihrer Form und ihrer strahlenden Farbigkeit zwischen dem Nachimpressionismus und dem Fauvismus einzuordnen ist. Er verwendete in seinen Werken Motive aus der Gegenwart, die er in seinem Alltagsleben in Frankreich, wohin er 1966 übergesiedelt war, selbst erlebte und versetzte sie in den Stil eines längst vergangenen Zeitalters, dem 20. Jahrhundert vor dem 2. Weltkrieg, das der Künstler als heile Welt idealisierte. Durch das eigene Erlebte in eine längst vergangene Welt zu versetzen, erreichen die Werke Pavlovs einen zeitlosen Charakter, die mit ihrer expressiven Gestaltungsweise faszinieren.

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